November 7, 2007

Betrug im live poker

Habe heute durch Zufall diesen Artikel im Internet gelesen. In Kurzform: In Bad Zwischenahn, wo ich auch schon zweimal gespielt habe, ist offensichtlich ein ziemlich bekannter Pokerspieler namens “Hassan” beim schummeln erwischt worden. Offensichtlich hat er dort schon seit einigen Monaten gespielt und auch öfters mal mit Profis wie Sebastian Ruthenberg oder Katja Thater im Casino Schenenfeld (Hamburg). Seine Methode: Da er immer nah am Dealer saß, konnte er mal eine Karte weniger in den Muck schieben und im Ärmel parken und hatte so immer einige gute Karten mehr auf der Hand.

Bei Vlad’s Blog (link oben) liest man nun mehr oder weniger, alle haben selber schuld, da es (a) niemanden aufgefallen ist und (b) das Casino nicht genug Sicherheitsvorkehrungen betrieben hat. Anscheinend hat auch jemand etwas gegen seinen Blog, denn der ist inzwschen wohl gehackt worden. Ich hab mir die Mühe gemacht und gerade noch ein paar andere Stimmen zum geschehen rausgesucht:

  • Der Artikel von pokerolymp, ein mehr oder weniger objektiver Bericht, was genau geschehen ist: hier
  • Diskussionen zur Sache gibt es sowohl bei pokertips.org als auch im 2+2 forum (Englisch)
  • Ein Bericht von Michael Keiner, der selbst mit dem ominösen Falschspieler gezockt hat: hier
  • Auftritte von “Hassan” in Katja Thaters Blog: hier (Eintrag vom 17ten Januar) und bei Jan von Halle / 50 outs: hier und hier

Natürlich ist das schon ziemlich peinlich für das betreffende Casino, wenn soetwas passiert - aber auf der anderen Seite muss es für die ganzen Poker-Profis doch genauso peinlich sein, schließlich haben sie mit dem Typen jahrelang gespielt und sie sind ja schließlich Profis, oder? Übrigens in Bremen, in Duisburg und letzte Woche am Alex sind die Karten nach Spielbeginn nicht ein einziges Mal gezählt worden, auch nicht beim Dealerwechsel..

Ohren auf beim Brillenkauf,

muppl

November 5, 2007

Swimming with the sharks

Vorgestern war ich zum ersten Mal im am Alexanderplatz pokern. Das Casino liegt direkt gegenüber vom Fernsehturm, im Park Inn Hotel, 37ter Stock. Dafür, dass man mit dem Aufzug keine halbe Minute bis nach oben braucht ist die Aussicht aus ca. 130m Höhe ziemlich beeindruckend.

Reserviert hatte ich für 5/10 limit (min. buy-in ist 100€), vor Ort musste ich aber feststellen, dass sich gerade mal fünf Gäste zum pokern verirrt hatten. Anscheinend ist es noch nicht so richtig bekannt, dass man nun auch am Alex pokern kann und nicht mehr nur in der Spielbank am Potsdamer Platz. Six-handed einigte man sich also auf pot-limit 5/5 Blinds, so gar nicht meine Disziplin und mit einem minimum buy-in von 300 Tacken auch ziemlich gefährlich - aber was soll man schon tun? Nach Hause fahren ohne den Pokerdurst zu stillen? Also hab ich mich als small stack an den Tisch gesetzt und das Häckchen bei “Fold to any bet” angemacht. Zwar ließ der Dealer mit sich reden und so saß ich nur mit 150 am Tisch, dadurch war ich aber der super-small Stack.. Mit am Tisch war noch mit Nico ein weiterer small-stack, ein Big Stack mit 1300 vor sich und ein typisch-looser Geschäftsman mit seiner Freundin, beide mit 500.. Als letzter gesellte sich ein Asiate mit Sonnenbrille zu uns, der weder Englisch noch Deutsch verstand und bis zum Schluss auch nicht verstanden hatte, dass man die Blinds nicht in jeder Runde setzen muss.

Die erste Sunde verbrachte ich ausschließlich mit zugucken, was dort aber kein bisschen langweilig ist: Der normale Pot am Showdown lag bei etwa 500€, und bis auf den Asiaten (der vom Pokern genauso viel verstanden hatte wie von Deutsch oder Englisch) zeigten auch alle gute Pokerskills. Relativ schnell wurde mein weak-tightes Spiel durchschaut und entweder auf dem Flop in mich reingebettet oder gegen mein Einsatz gefoldet. Wer also glaubt, dass er im Casino mit Leichtigkeit mit einem kleinen Buy-in reiche Idioten abzocken kann, der irrt. (Ich musste mir also einen neuen Plan überlegen :-) )

Nachdem ich 50€ mit einem loose pre-flop call und middle pair verschwendet hatte machte ich noch weiter zu und beschränkte mich ausschließlich auf premium hands (AJ preflop weg, A7 auf 762 flop gegen Bet folden usw) und kam nach einmal QQ und einmal AK (preflop-check, Axx-flop wo ich ein check-raise spiele) wieder leicht ins plus. Dann konnte ich durch viel Gerede und Palaver auch wieder soweit von meinem weak-tight-Image weg kommen, dass ich im BB dann auch mit K3 bei 337 flop auf dem River noch ausbezahlt wurde. Mein Eindruck ist auch, dass man mit viel reden und interaktion am Tisch besser ausbezahlt wird, als wenn man mit ipod und stonefaced in der Ecke sitzt und die ganze Zeit den Mund nicht aufkriegt. Außerdem geht die Zeit schneller rum. Jedenfalls bekam ich dadurch mindestens einmal einen Showdown-Call mit high card K (”Jetzt will ich auch einfach mal sehen was du hast”)

Am Ende lag ich knapp im Plus, konnte aber meine live-poker-skills deutlich steigern und war sehr zufrieden mit mir. Der Asiate hatte sich als Bürgermeister einer mogolischen Kleinstadt herausgestellt (letzendlich konnte man sich mit russisch verständigen) und es bleibt zu hoffen, das dort nun nicht die Steuern erhöht werden, schließlich sorgte er allein dafür, dass am Ende alle anderen Spieler im Plus landeten.

Wer mit dem Gedanken spielt auch mal am Alex zu pokern, dem kann ich nur empfehlen dort vorher anzurufen. Vergangene Woche wurde mir telefonisch bestätigt, dass dort Pot-Limit und Split-Limit angeboten wird, inzwischen wird laut Homepage vorallem No Limit gespielt.. Ich werde auf jeden Fall nochmal hin wenn dort die Nachfrage nach Cashgame mit kleinem Buy-in steigt, für Berliner, die ihr Geld nicht in die Spielbank am Postdamer Platz tragen wollen beibt ja sonst nur Potsdam.

Immer schön mit dem Strom schwimmen,

muppl

Oktober 30, 2007

Oktober 07 - online & live poker

Magere 4000 Hände gab es diesen Monat im online limit Cashgame. Grund: Nach dem miesen letzten Monat und den noch schlechteren Start in den Oktober hab ich dann nach der ersten Woche aufgegeben. Die paar 5$+R touneys auf Stars konnten auch nicht helfen - also hab ich den PC ausgelassen und bin ein paar mal ins Casino gefahren.

Erste Station war das Casino Duisburg, ein schickes neues Casino mit drei Pokertischen, die von Montag bis Sonntag bespielt werden. Momentan gibt es zwei Tische 5/10 limit - 100€ min. buy-in und einen Tisch 300€ buy-in 10-50 spread limit Omaha oder No limit holden.

Die Dealer sind dort auch (im Vergleich zu den Dealern in Bad Zwischenahn) ziemlich souverän und konnten Flush und Full House unterscheiden. Mein Tisch (10-handed 5/10 limit hold) besteht zur Hälfte aus loosen reichen Gamblern, die andere Hälfte sind (wie ich) junge (weak-tighte) online-gamer. 6-7 Spieler auf dem Flop und 3-4 bis zum showdown ist normal, ganz wie bei 0.5-1$ online eben. Ich sitze eine Stunde rum, spiele einmal KK, die ich gegen ein Ass auf dem Turn verliere (Baby-Ace wird grundsätzlich geraised und bis zum River durchgespielt) und gewinne einen dicken Pot mit high card Ace. (spiele einen flush draw agressiv bis zum river und werde von 76o mit dem gutshot durchgecalled, keiner trifft.)

Wenig später gibts folgende Hand:

(me) (horst)

Turn: River:

Auf dem River bin ich all-in (es gibt in Duisburg kein “cap”) und verliere einen 280€ Pot. Nach dem rebuy läuft es aber zum Glück gut, leider kann ich mich nicht mehr an die Hände erinnern. Einmal buste ich QQ mit 67s als sich mein gefloppter flush-draw in runner-runner trips verwandelt, - und am Ende kann ich 100€ Gewinn verbuchen.

Zweiter Stop ist Bremen, ein kleines Casino direkt in der Innenstadt. Sonntags gibt es da ein 50€ tourney mit >60 Teilnehmer, solche Turniere sind aber immer etwas krass mit den Leuten die da spielen und den kurzen Levels… also Cashgame! In Bremen gibt es 2/4 no limit holdem, allerdings diesem Abend war es 2/4 fold’em. Nach vier Stunden habe ich mit -20€ aufgehört und dass, obwohl es auch in Bremen diese Ax und K5-Spieler gibt, die in zwei Stunden 600€ am Tisch verteilen “Ich hatte den Gutshot, ich musste callen” Insgesammt war mir das Casino in Bremen sehr unsympatisch, was aber vielleicht auch daran lag, dass ich an den Abend nie mehr als 150€ vor mir liegen hatte..

Im November werde ich ein paar mal ins Casino am Alexanderplatz in Berlin schnipsen, die haben da jetzt auch zwei Pokertische und bieten 5/10 limit hold’em an, was ich momentan noch lieber spiele als no limit, jedenfalls im Casino.

Viel zu lernen du noch hast, junger Padawan..

muppl

Oktober 7, 2007

Phil kann nicht rechnen, Teil II

Hab gerad gesehen, dass Pokerolymp.de die Rechenschwächen von Hellmuth schon im August aufgedeckt haben, hier der Link:Phil Ivey, Versicherungsvertreter

Dort gibt es auch das entsprechende Youtube-Video zu den “Insurance”-Szenen aus meinem letzten Blogeintrag